Die Gleichberechtigung der Frau in Südeuropa

Nach wie vor hält sich in Südeuropa hartnäckig der „Mamma-Mythos“ - das heißt: das Bild der Frau, die sich  ausschliesslich um Heim, Herd und Kinder kümmert. Genau genommen ist es bei vielen Frauen tatsächlich so, dass sie sich zeitlebens nur um die Familie kümmern und die eigene Karriere dabei ins Hintertreffen gerät. Die Erwerbsquoten sind bei den Frauen in Südeuropa immer noch sehr niedrig. Betrachtet man die Unterschiede zwischen den Erwerbsquoten der Frauen und denen der Männer, so zeigt sich vor allem in Italien, in Malta und in Griechenland ein Unterschied zwischen 22 und 34 Prozent. Das heißt, Männer sind bis zu einem Drittel häufiger erwerbstätig, als Frauen.

Dies stellt einen enormen Unterschied zu den westlichen Ländern Europas dar. Natürlich geht das mit einer Differenz hinsichtlich des Gehaltes einher. Es sind zwar immer mehr Frauen, die heute einen Abschluss eines Studiengangs an einer Universität vorweisen können, dennoch bekommen sie die schlechteren Jobs und es scheint teilweise, als wäre ihr Diplom weniger wert. Die Europäische Union ist zwar bestrebt, die Chancen für Männer und Frauen gleich zu stellen und sie verabschiedet Richtlinien und Förderprogramme, die die Chancengleichheit erhöhen sollen, doch viele Programme sind nur auf dem Papier erfolgreich. In der Praxis zeigt sich vielerorts kaum etwas von der Gleichstellung von Männern und Frauen.

Gerade in Südeuropa ist auffällig, dass Frauen härter und länger arbeiten müssen, damit sie ein ähnliches Einkommen wie Männer haben. Auch in Bezug auf ihre Rechte innerhalb der Familie müssen sie Einschränkungen hinnehmen. So sind Frauen hier noch häufiger Opfer häuslicher Gewalt. Gesetze regeln alles nur theoretisch, in vielen Orten sind die Bestrebungen der EU noch nicht angekommen. Das traditionelle Denken ist hier deutlich ausgeprägter und so wird der Alltag ähnlich gestaltet, wie das schon in den letzten Jahrzehnten der Fall war. Geht es um die richterliche Rechtsprechung, so werden natürlich keine Unterschiede gemacht.