Die Gleichberechtigung der Frau in Osteuropa
Wie in vielen anderen Ländern auch sind die Absichten der Europäischen Union in den Ländern Osteuropas zwar die besten, allerdings lassen sie sich nicht ohne Weiteres umsetzen. Die rechtliche Situation der Frauen in Osteuropa wurde gestärkt, doch die Umsetzung dieser neuen Gesetze und Richtlinien ist schwer. Die politische Vertretung der Frauen in nationalen Parlamenten und in lokalen Gremien ist verschwindend gering und liegt unter fünf Prozent. Die Ausbildung der Frauen in Osteuropa wurde in den letzten Jahren verbessert. So besucht eine steigende Zahl von Frauen die Universität und bringt es dort auch zu einem Abschluss. Doch das gilt in erster Linie für den städtischen Bereich. In ländlichen Gebieten ist die Ausbildung weniger gut und die Zahl der Analphabeten immer noch hoch.
Nicht vergessen werden darf das Thema der Gewalt gegen Frauen. Sie sind von häuslicher und geschlechtsbedingter Gewalt weitaus stärker betroffen, als die Frauen in anderen Ländern des europäischen Kontinents. Festzustellen ist, dass gerade Frauen aus osteuropäischen Ländern stärker vom Menschenhandel betroffen sind. Prostitution ist hier vor allem in großen Städten für viele Frauen die einzige Möglichkeit, sich ein eigenes Einkommen zu verschaffen. Es wird gefordert, dass Frauen in politischen Ämtern und in anderen Institutionen stärker präsent sind, doch immer noch hängt die berufliche Zukunft auch von der Herkunft der Frauen ab.
Die sozialen Unterschiede bedingen in Osteuropa bis heute die beruflichen Rückstände und die damit verbundene niedrigere Erwerbsquote. Diese liegt deutlich unter der der Männer, was auch für die Gehälter und Löhne gilt. Bei gleicher Arbeit bekommen Frauen ein sehr viel niedrigeres Gehalt oder erhalten viel weniger Lohn, als ein Mann. Dazu kommt aber, dass überdurchschnittlich viele Frauen die Kinder allein erziehen und nicht auf die Versorgung durch den Ehemann bauen können. Es gibt hier keinen Versorgungszwang, wie er in vielen anderen Ländern im Grundgesetz festgehalten ist. Somit sind Frauen in Osteuropa auch häufiger von Armut bedroht oder schon betroffen.
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